Ursprung und Herkunft der Landenberger aus Ebingen, Württemberg

 

Über den Ursprung des Namens Landenberger und deren Herkunft berichtet M. Rösch in seinem Werk "Familienbuch der Landenberger von Ebingen". Der Druck erschien bei Dr. Karl Höhn, Ulm-Donau 1939.

Wie Richard Schoeller in Familysearch (eingestellt am 17.01.2021 unter der ID MNF-B2L) ausführt, steht der genealogische Zusammenhang zwischen den Schweizer Breiten-Landenberg und den Ebinger Landenberger noch aus. Auch dieser Text wird weiter unten anführt.

 

In der Einleitung seines Buches geht M. Rösch auf die Anfänge der Familie Landenberger ein. Danach lassen sich die Vorfahren der Landenberger aus Ebingen in der Ostschweiz lokalisieren. "In den Reformationsakten wurden die Berner 1529 bei den Zürichern vorstellig, ´dass die Stadt Zürich dafür sorge, dass die Landenberger, die unter Züricher Obrigkeit wohnen, nicht wie die anderen mit ihrem Gut alle ins Schwabenland ziehen, sondern in der Schweiz bleiben sollen.´ Pfarrer  Julius Studer in Zürich hat in seinem Buch ´Die Edeln von Landenberg´ die Geschichte dieses in der Ostschweiz ansässigen Geschlechtes, ´eines der ältesten und bedeutendsten Familien des hohen schweizerischen Feudaladels´, dargestellt. Nach ihm stand im Tal der Töß - die den Osten des Kantons Zürich durchfließt - die Burg Landenberg, so genannt nach ihrem Erbauer Lando, was eine verkürzte Koseform ist aus Landoald oder Landolt (= der im Lande Waltende) oder Landbert (= der im Lande Glänzende). Der Name Landoald kommt schon 741 in einer Schenkung vor, die seine Gattin der Kirche der hl. Maria in Lützelau, bei Usenau im Zürichsee, machte. Im 11. Jahrhundert wurde von einem Lando dieser Familie die erste der Familienburgen, Alt-Landenberg, auf einem Bergvorsprung bei Bauma im Tößtal gebaut. Später ging dann der Name auf die zwei jüngeren Burgen des Tößtals über, auf Hohen-Landenberg, auf einem hohen Felsvorsprung, und Breiten-Landenberg, auf einem Plateau, einer Breite liegend. Die Landenbergs waren zunächst ritterliche Dienstleute und Lehensträger der Abtei St. Gallen, zugleich aber auch Lehensträger der Grafen von Kiburg. Als das Geschlecht der letzteren erlosch, folgten die Edeln von Landenburg dem neuen Sterne des Hauses Habsburg, dem Erben und Rechtsnachfolger Kiburgs. Im Dienste  der Kiburger und Habsburger stiegen die Landenberg bald zu ansehnlicher Macht, großem Reichtum und hohen Ehren."

 

 

 

 

 

 

 

Das Wappen der Landenberg

 

Aus:

M. Rösch: Familienbuch der Landenberger von Ebingen,

Druck Dr. Karl Höhn, Ulm-Donau (1939).

"Die Landenbergs führen alle dasselbe Wappenzeichen: Drei  weiße Ringe im roten Schild, das sich als Sippenwappen von selbst empfiehlt. Die Familie hatte sich im Laufe der Zeit in drei große Familien geteilt, die Herren von Alt-Landenberg, die 1315 im Mannesstamm erloschen, die Herren von Breiten-Landenberg, die 1315 im Mannesstamm erloschen, die Herren von Hohen-Landenberg, zu denen dann später noch die Herren von Landenberg-Greifensee traten. Nach dem Bürgeretat waren schon im 13. Jahrhundert viele Glieder der Hohen- und Breiten-Landenberg Bürger von Zürich. Bürgerliche Landenbergs sind schon im 14. Jahrhundert in Zürich genannt. Erinnern wir uns der Aufforderung von 1529 an die Züricher, die Auswanderung der Landenberger nach Schwaben zu verhindern, so könnte der Ebinger Stammvater Jacob unter Umständen zu jenen Eingewanderten gehören, er selbst oder sein Vater, resp. seine Vorfahren ...

Die Namensdeutung wäre mit der Rückführung auf die Schweizer gegeben. Landenberg wäre dann der Bergsitz eines Lando, Landold und Landenberger hießen eben alle, die zu diesem Landenberg gehörten ...

Auffallend ist, daß die beiden ersten im Ebinger Kirchenbuch auftretenden sich noch Landenberg schreiben, hernach aber Landenberger. Das legt den Gedanken sehr nahe, daß die schweizerischen Landenberg mit den württembergischen in engerem Zusammenhang stehen werden." 

Die Burg Breiten-Landenberg nach einer Radierung von David Herrliberger aus dem Jahr 1742. Die Höhenburg (heute Ruine) befand sich auf einem ca. 700 m hohen Plateau oberhalb des Turbenthals im Kanton Zürich.

 

Der noch austehende genealogische Zusammenhang zwischen den Schweizer Breiten-Landenberg und den Ebinger Landenberger wird von Richard Schoeller begründet:

"Auch heute noch gibt es in Württemberg Familien des Namens "Landenberger", zum Teil in untergeordneten bäuerlichen Verhältnissen, zum Teil in hohen amtlichen und beruflichen Stellungen. Sie alle sind bürgerlichen Geschlechtes und evangelischer Konfession, führen gemeinsam das bekannte Wappen mit den drei Ringen und halten fest an der Tradition schweizerischer Herkunft. Ihr Zentralsitz ist Ebingen, wo etwa 20 Familien leben, und Schramberg, das zur Reformationszeit Sitz einer Linie von Breiten-Landenberg war. Ausserdem finden sich noch sieben Familien in der Stadt Waldenbuch, zwei in Leonberg, mehrere in Stuttgart und Freudenstadt.
Allein ein geneologischer Zusammenhang ist urkundlich nicht nachweisbar, wie auch kein Stammbaum gefunden werden kann. Es bleibt also nur die Vermutung übrig, dass diese schwäbischen ´Landenberger´, sei es legitim oder nicht, entweder abstammen von Hans von Breiten-Landenberg, dem Sohne des Frischhans, dem Herrn auf Schramberg, Stammvater der evangelischen Schweizerlinie (Stammbaum X), oder von Nachkommen seines Bruders Wolf, dem Stifter der Elsässerlinie (Stammbaum VIII), und zwar entweder von Hans Reinhard zu Debringen-Zimmern Württemberg (1557-1600), oder von seinem Bruder Christof, der 1634 zu Thatingen, Württemberg, starb."

 

ergänzt: 2021-11-20

redaktionelle Überarbeitung: 2021-11-24

Korrektur von Schreibfehlern: 2021-12-12

Bild der Burg Breiten-Landenberg eingefügt: 2021-12-16

(Dank für die Korrekturlesung und Hinweise an Roman Pennekamp)